Laborwerte von A-Z: Alles mit A


ACTH (Adrenokortikotropes Hormon)

ACTH ist ein Steuerhormon des Hypophysenvorderlappens, das die Nebennierenrinde zur Produktion von Kortisol anregt.

Normalbereich (Blut) [LAB; TLD]

  • 8–10 Uhr: 10–60 ng/l (2,2–13,2 pmol/l, laborabhängig)
  • 20–22 Uhr: 3–30 ng/l (0,7–6,6 pmol/l, laborabhängig)

Indikation

  • Bei erhöhten oder erniedrigten Kortisolspiegeln zur Eingrenzung des Schädigungsortes
  • Verdacht auf ACTH-Produktion außerhalb des Hypophysenvorderlappens durch einen Tumor

Ursachen typischer Veränderungen

  • ACTH niedrig, Kortisol niedrig: Nebennierenrinden-Unterfunktion durch Hypothalamus- oder Hypophysenvorderlappenschädigung
  • ACTH niedrig, Kortisol hoch: Cushing-Syndrom durch Nebennierenrindentumor
  • ACTH hoch, Kortisol niedrig: Nebennierenrinden-Unterfunktion durch Nebennierenschädigung, z.B. Morbus Addison
  • ACTH hoch, Kortisol hoch: Cushing-Syndrom durch ACTH-produziendes Adenom der Hypophyse oder durch ACTH-produzierende Tumoren anderer Lokalisation (z.B. kleinzelliger Typ des Lungenkrebses)

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
AFP (Alpha-Feto-Protein)

AFP ist ein Eiweiß, das vor allem und in hohen Mengen vom ungeborenen Kind im Mutterleib produziert und ins Fruchtwasser abgegeben wird. Von dort tritt es ins mütterliche Blut über.

In geringen Mengen wird AFP auch beim gesunden Erwachsenen gebildet, in größeren Mengen jedoch nur von bestimmten Tumoren, weshalb AFP als Tumormarker genutzt werden kann.

Normalbereich (Blut)

  • Kinder über 1 Jahr, Nichtschwangere und Männer: < 10 µg/l (< 7 IU/ml)
  • Schwangere (je nach Schwangerschaftswoche, SSW): zunächst ansteigende Werte, Maximum in der 32.–36. SSW mit Werten bis zu 500 µg/l (420 IU/ml), dann wieder etwas abfallend
  • Umrechnung: µg/l x 0,8 = IU/ml IU/ml x 1,25 = µg/l.

Indikation

  • Bei nicht schwangeren Frauen und Männern: Tumormarker, auch als Suchtest bei Leberzirrhose und chronischer Hepatitis, bei denen ein hohes Leberzellkarzinom-Risiko besteht
  • In der Pränataldiagnostik zur Früherkennung v. a. von kindlichen Fehlbildungen, z. B. von Neuralrohrdefekten wie der Spina bifida (offener Rückenmarkskanal).

Ursachen erhöhter Werte

  • Bei nicht schwangeren Frauen und Männern: Leberzellkarzinom oder Keimzelltumoren (Hoden, Eierstock), auch Hepatitis, Leberzirrhose, Lungenkrebs
  • Pränataldiagnostik: Fehlbildung beim ungeborenen Kind, Zwillinge.

Ursachen erniedrigter Werte bei Schwangeren

  • Schwangerschaftskomplikationen wie Plazenta-Insuffizienz, Wachstumsstörung oder Tod des Ungeborenen
  • Pränataldiagnostik: Down-Syndrom.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Akute-Phase-Proteine

Akute-Phase-Proteine kennzeichnen akute Infektionen oder Traumata, da sich ihre Konzentraion innerhalb von 6 bis 48 Stunden nach dem Auftreten des schädigenden Ereignisses im Blut stark erhöht. Sie sind Teil der unspezifischen Immunreaktion und verhindern eine Ausbreitung der Entzündung. Vertreter sind:

  • alpha-1- und alpha-2-Globuline
  • CRP
  • Fibrinogen

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Albumin

Das von der Leber gebildete Albumin ist mit 80 % das mengenmäßig wichtigste Bluteiweiß. Es ist wesentlich verantwortlich für den kolloidosmotischen Druck (die „Wasserbindungsfähigkeit“) des Bluts und damit für die Wasserverteilung zwischen Blutgefäßen und Geweben. Außerdem dient Albumin als Transportprotein für wasserunlösliche körpereigene und körperfremde Substanzen im Blut, etwa Bilirubin, einige Hormone oder Medikamente.

Normalbereich Blut [GN; TLD]

  • Kinder über 1 Jahr und Erwachsene unter 60 Jahren: 35–55 g/l, mit zunehmendem Alter abnehmend.

Normalbereich Urin

  • Urin (Teststreifen): negativ
  • 24-Stunden-Sammelurin: < 30 mg/24 Std.

Normalbereich Liquor

  • < 35 mg/dl
  • Liquor-Serum-Albumin-Quotient: Normalbereich stark altersabhängig, z. B. Erwachsene über 40 Jahre < 0,008).

Indikation

  • Blut: Leber- und Nierenerkrankungen, unklare Ödeme (Wassereinlagerungen) im Gewebe, Verdacht auf Eiweißmangel, z. B. bei Mangelernährung oder Eiweißverlusten über Niere oder Darm
  • Urin: Nierenerkrankungen (z. B. Verdacht auf eine Nierenschädigung infolge Diabetes oder Bluthochdruck)
  • Liquor: Verdacht auf Gehirn[haut]entzündung, -blutung.

Ursachen erhöhter Werte

  • Blut: Wassermangel im Körper
  • Urin: Nierenerkrankung, z. B. bei Glomerulonephritis oder nephrotischem Syndrom. Leicht erhöhte Albuminwerte bei ansonsten noch normaler Nierenfunktion (Mikroalbuminurie) sind Frühzeichen beginnender Nierenschäden bei Diabetes oder Bluthochdruck
  • Liquor: Unspezifisches Zeichen für eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, z. B. eine akute Hirnhaut- oder Gehirnentzündung oder einen Rückenmarktumor.

Ursachen erniedrigter Werte im Blut

  • Akute schwere Entzündungen
  • Chronische Lebererkrankungen (z. B. Leberzirrhose, Aszites)
  • Nierenerkrankungen (v. a. nephrotisches Syndrom, Glomerulonephritis)
  • Überwässerung
  • Plasmozytom
  • Großflächige Verbrennungen
  • Schwangerschaft
  • Eiweißmangelernährung.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Aldosteron

Aldosteron ist ein Nebennierenrindenhormon aus der Gruppe der Mineralokortikoide. Vor allem über eine verminderte Natriumausscheidung in den Nieren hält Aldosteron Wasser im Körper zurück und steigert als Folge den Blutdruck. Es arbeitet dabei mit dem Enzym Renin und dem Gewebshormon Angiotensin zusammen.

Normalbereich (Blut)

  • 8–9 Uhr, liegend: 10–160 ng/l (28–443 pmol/l)
  • 8–9 Uhr, stehend: 40–310 ng/l (110–859 pmol/l)

Indikation

  • Abklärung eines Bluthochdrucks
  • Verdacht auf Nebennierenrinden-Unterfunktion, insbesondere Morbus Addison
  • Verdacht auf Hyperaldosteronismus
  • Störungen des Natrium-, Kalium- oder Wasserhaushaltes (z.B. Ödeme)

Ursachen erhöhter Werte

  • Conn-Syndrom (primärer Hyperaldosteronismus) durch gutartige aldosteronproduzierende Tumoren der Nebennierenrinde
  • Sekundärer Hyperaldosteronismus als Folge z.B. einer Verengung der Nierenarterie, eines (schweren) Bluthochdrucks, eines Missbrauchs von Abführ- oder Entwässerungsmitteln (Diuretika) oder Ödemen (Wassereinlagerungen im Gewebe)

Ursachen erniedrigter Werte

  • Morbus Addison, hier besteht gleichzeitig ein Mangel an Kortisol
  • Extremer Konsum von Lakritze (> 500 g pro Tag)

Hinweise

Die Aldosteronspiegel werden insbesondere durch blutdrucksenkende Medikamente sowie Diuretika stark beeinflusst. Zeigen Sie deshalb alle Medikamente, die Sie einnehmen, dem Arzt, falls eine Aldosteronbestimmung im Blut geplant ist. 1–2 Wochen vor der Blutentnahme sollten, falls möglich, Diuretika, Abführmittel, Kortisonpräparate, bestimmte blutdrucksenkende Medikamente (z.B. ACE-Hemmer), Antidepressiva, die "Pille" sowie Kaliumpräparate abgesetzt werden. In der letzten halben Woche vor der Blutentnahme sollten normale Mengen an Kochsalz und Kalium verzehrt werden.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
alpha-Amylase (α-Amylase)

Die in den Mundspeicheldrüsen und der Bauchspeicheldrüse gebildete alpha-Amylase ist ein Enzym der Kohlenhydratverdauung.

Normalbereich (Blut) [KLL; LAB]

< 100 U/l (Messung bei 37 °C, laborabhängig)

Indikation

  • Klärung unklarer Oberbauchbeschwerden
  • Nachweis einer Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Nachweis einer Speicheldrüsenerkrankung.

Ursachen erhöhter Blutwerte

  • Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung oder akuter Schub einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung (in beiden Fällen ist auch das Enzym Lipase stark erhöht)
  • Bauchspeicheldrüsenbeteiligung bei anderen Erkrankungen im Bauchraum oder nach ERCP
  • Erkrankung der Speicheldrüsen (Parotitis, Mumps)
  • Alkoholmissbrauch
  • Tumoren, v. a. Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Chronisches Nierenversagen.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Ammoniak

Ammoniak ist ein Abbauprodukt des Eiweißstoffwechsels. Es ist giftig, wird aber beim Gesunden rasch durch Umwandlung zu Harnstoff in der Leber entgiftet (der Harnstoff wird dann über die Nieren ausgeschieden). Ist die Entgiftungsfähigkeit der Leber herabgesetzt, reichert sich Ammoniak im Blut an und schädigt das Gehirn (hepatische Enzephalopathie).

Normalbereich (Blut)

Erwachsene: < 70 g/dl (< 41 mol/l)

Indikation

  • Schwere Lebererkrankungen, insbesondere wenn eine verminderte geistige Leistungsfähigkeit oder psychische Veränderungen vorliegen
  • Unklare Krampfanfälle

Ursachen erhöhter Werte

Schwerer Leberschaden jeglicher Ursache

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Antinukleäre Antikörper (ANA)

Autoantikörper gegen Zellkernbestandteile heißen Antinukleäre Antikörper, kurz ANA, bzw. Antinukleäre Faktoren (ANF).

Normalbereich (Blut)

Titer: < 80 (laborabhängig)

Indikation

Verdacht auf eine entzündlich-rheumatische Erkrankung bzw. Kollagenose (Erkrankung des Bindegewebes)

Ursachen erhöhter Werte

  • Lupus erythematodes (SLE)
  • Sklerodermie
  • Poly- oder Dermatomyositis
  • Sjögren-Syndrom
  • Mischkollagenose
  • Myasthenia gravis
  • Rheumatoide Arthritis
  • viele andere Autoimmunerkrankungen (Übersicht Autoimmunerkrankungen).

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Antioxidative Gesamtkapazität

Antioxidanzien fangen freie Radikale ab, die chemisch sehr reaktionsfreudig und daher zellschädigend wirken können. Zu den Antioxidanzien zählen u.a. Vitamin C, Vitamin E und Karotinoide.

Die antioxidative Gesamtkapazität misst die Summe der antioxidativ wirkenden Bestandteile im Blut: Dem Blut wird ein künstliches freies Radikal beigemischt und nachfolgend dessen Konzentrationsabnahme durch die antioxidative Wirkung des Blutes gemessen. Die Messung ist als Suchtest zu verstehen.

Normalbereich (Blut)

Laborabhängig

Ursache erniedrigter Werte

  • Krebs oder andere schwere Erkrankungen, große Operationen
  • Schwere Vitamin- oder Spurenelementmangelzustände

Hinweise und Bewertung

Als sicher gilt heute, dass in unserem Körper ein Gleichgewicht zwischen Antioxidanzien und freien Radikalen besteht; den freien Radikalen wird auch eine wesentliche Rolle beim Alterungsprozess zugeschrieben. Sicher ist auch, dass die meisten Nahrungsmittel, die natürlicherweise reich an Antioxidanzien sind (z.B. Obst), gesund sind. Daher klingt es einleuchtend, dass Antioxidanzien, künstlich zugeführt, positive Wirkungen entfalten sollen. Dies ist aber, sieht man von wenigen gesicherten Indikationen ab, fraglich. Fällt jedoch die therapeutische Konsequenz einer Untersuchung weg, so ist die Untersuchung insgesamt in Frage gestellt. Die Bestimmung der antioxidativen Gesamtkapazität (IGeL-Leistung) ohne konkreten Verdacht auf Mangelzustände oder im Rahmen einer sog. Anti-Aging-Diagnostik ist daher abzulehnen.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Antistreptolysin-Titer (ASL-Titer) und Anti-DNAse B-Titer (ADB)

Streptolysin O und DNAse B sind Stoffwechselprodukte von Streptokokken-Bakterien. Der Nachweis von Antikörpern gegen Streptolysin O oder DNAse B weist somit auf eine Auseinandersetzung des Immunsystems mit Streptokokken und damit auf eine vorausgegangene Infektion hin.

Normalbereich (Blut)

  • Antistreptolysin-Titer: ≤ 200 IU/ml
  • Anti-DNAse B-Titer: ≤ 200 U/ml

Indikation

Verdacht auf Streptokokken-Folgekrankheiten wie akutes rheumatisches Fieber und akute Poststreptokokken-Glomerulonephritis

Hinweise

Der Test ist nicht geeignet zum Nachweis einer akuten Infektion mit Streptokokken. Aussagekräftig sind außerdem nur hohe Titer (> 1:300) oder ein vierfacher Titeranstieg. Ggf. muss der Titer also mehrfach bestimmt werden.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
AP (Alkalische Phosphatase)

Bei der alkalischen Phosphatase (Gesamt-AP, Gesamt-Phosphatase), kurz AP, handelt es sich nicht um ein Enzym, sondern um mehrere ähnliche Enzyme (Isoenzyme), von denen diagnostisch die Leber-AP und die Knochen-AP (Alkalische-Knochen-Phosphatase) am bedeutsamsten sind. Meist reicht die Bestimmung der alkalischen Gesamt-Phosphatase, die aufwendigere Bestimmung einzelner Isoenzyme ist nur selten nötig.

Normalbereich (Blut) [KLL; TLD]

  • Frauen: < 105 U/l (Messung bei 37 °C)
  • Männer: < 130 U/l (Messung bei 37 °C)

Indikation

Unklare Knochen-, Leber- oder Gallenwegserkrankung.

Ursachen erhöhter Werte

  • Leber- und Gallenwegserkrankungen wie z. B. Gallenstauung (Cholestase), akute Virushepatitis, Leberzirrhose
  • Knochenerkrankungen mit einer vermehrten Aktivität der knochenbildenden Zellen (Osteoblasten): Paget-Krankheit (Osteodystrophia deformans, eine seltene fortschreitende Knochenverdickung mit Neigung zu Knochenbrüchen schon bei geringer Belastung), Knochentumoren, Knochenmetastasen, Osteomalazie, Heilungsphase von Knochenbrüchen
  • Nebenschilddrüsen-Überfunktion (Hyperparathyreoidismus).

Hinweise

Erhöhte Werte ohne Krankheitswert findet man beim Knochenwachstum bei Kindern (Knochen-AP) sowie im letzten Drittel einer Schwangerschaft (Plazenta-AP). Auch einige Medikamente können den Wert beeinflussen.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Apolipoproteine

Die im wässrigen Blut unlöslichen Fette (Lipide) werden im Blut zum Transport an Eiweiße gebunden, die Apolipoproteine. Die entstanden Komplexe werden als Lipoproteine bezeichnet. Die einzelnen Apolipoproteine sind dabei in den verschiedenen Lipoproteinen unterschiedlich stark vertreten.

Diagnostisch relevant sind vor allem Apo AI und Apo B-100. Sie sollen mindestens genauso gut wie das "gute" HDL-Cholesterin, dessen Hauptapolipoprotein das Apo AI ist, sowie das "schlechte" LDL-Cholesterin, dessen wichtigster Eiweißbestandteil das Apo B-100 darstellt, das Herzinfarktrisiko beschreiben.

Apo E ist nicht nur mit Fettstoffwechselstörungen assoziiert, sondern spielt möglicherweise auch bei der Alzheimer-Krankheit eine Rolle .

Normalbereiche (Blut)

  • Apo B-100: 50–130 mg/dl
  • Apo AI (Apo A-I, Apo A1): 110–205 mg/dl
  • Apo E: 3–5 mg/dl (laborabhängig)

Indikation

  • Abschätzung des Arterioskleroserisikos und des Risiko von Herzinfarkt und anderen arteriosklerotischen Folgeerkrankungen
  • Fettstoffwechselstörungen, insbesondere einige seltene, angeborene Fettstoffwechselstörungen

Bedeutung erhöhter Werte

  • Apo B: Risikofaktor für eine koronare Herzkrankheit, analog dem LDL-Cholesterin
  • Alle: Weitere seltene, erblich bedingte, Fettstoffwechselstörungen

Ursachen/Bedeutung erniedrigter Werte

  • Apo AI: Risikofaktor für eine koronare Herzkrankheit
  • Alle: Seltene erblich bedingte Fettstoffwechselstörungen

Hinweise

Die Bestimmung von Apo AI und B kann sinnvoll sein zur Klärung einer Fettstoffwechselstörung; sie wird aber nicht routinemäßig bei jedem erhöhten Cholesterinwert durchgeführt. Einhalten einer Nüchternzeit vor der Blutabnahme ist nicht nötig.

Von der Bestimmung des Apo E im Rahmen der Alzheimer-Diagnostik wird derzeit abgeraten.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Arsen

Arsen kommt in Spuren überall in der Umwelt vor und wird entsprechend auch in geringsten Mengen aufgenommen, überwiegend mit der Nahrung und dem Trinkwasser. Berufliche Expositionen entstehen heute z.B. im Erzabbau oder in der Galvanikindustrie, in einigen Ländern wird Arsen auch noch als Pestizid verwendet.

Die seltenen akuten Arsenvergiftungen betreffen praktisch alle Organe. Chronische Vergiftungen zeigen sich vor allem an Haut, Nerven, Gefäßen und Blut. Arsen ist außerdem krebserzeugend.

Normalbereich

  • Blut: < 160 nmol/l (< 12 µg/l)
  • 24-Stunden-Sammelurin: < 618 nmol/24 Std. (< 47 µg/24 Std.)

Indikation

  • Verdacht auf Arsenvergiftung
  • Überwachung von Arbeitnehmern im Rahmen arbeitsmedizinischer Untersuchungen
  • Anwohner umweltbelasteter Quartiere/Regionen

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Ascorbinsäure (Vitamin C)

Das wasserlösliche Vitamin C (Ascorbinsäure) wirkt als Antioxidanz, ist für die Bindegewebe (und damit z.B. die Blutgefäßwände) und das Immunsystem wichtig und an einer Vielzahl von Stoffwechselreaktionen beteiligt. Vitamin C fördert außerdem die Eisenaufnahme aus dem Darm (Vitamin-C-reiche Nahrungsmittel und täglicher Bedarf). Ausgeprägte Mangelerscheinungen sind heute in Deutschland selten, Krankheitszeichen durch Überdosierung mit handelsüblichen Multivitaminpräparaten im Alltag nicht zu erzielen.

Normalbereich (Blut)

5–15 mg/l

Indikation

Verdacht auf Vitamin-C-Mangel

Ursachen erniedrigter Werte

  • Vor allem Fehl- und Mangelernährung bei älteren Menschen, Alkoholmissbrauch oder extremen Kostformen
  • Selten: Schwangerschaft und Stillzeit, Dialyse, schwere Verdauungsstörungen, Rauchen

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
AT III (Antithrombin III)

AT III ist ein in der Leber produziertes Eiweiß, das mehrere Gerinnungsfaktoren und somit die Blutgerinnung hemmt.

Normalbereich (Blut)

  • Aktivität: 70–120 %
  • Konzentration: 0,14–0,39 g/l

Indikation

  • Unklare Thrombosen und Embolien
  • Nachweis, Verlaufs- und Therapiekontrolle einer Verbrauchskoagulopathie
  • Unwirksamkeit einer Behandlung mit Heparin
  • Beurteilung einer Thrombosegefährdung

Ursachen erhöhter Werte

  • Entzündungen
  • Behandlung mit Cumarinen (z.B. Marcumar®)

Ursachen erniedrigter Werte

  • Angeborener Antithrombin-Mangel (führt zu Thrombosen und Embolien bereits im jüngeren Lebensalter)
  • Schwere Leberschäden, v.a. Leberzirrhose
  • Starker Eiweißverlust, z.B. bei nephrotischem Syndrom, bei großen Wunden oder Verbrennungen
  • Verbrauchskoagulopathie
  • Heparintherapie

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess
Autoantikörper

Autoantikörper sind Antikörper gegen körpereigene Substanzen (z. B. Zellen) – das Immunsystem greift also fälschlicherweise den eigenen Körper an (Details). Die Aussagekraft der verschiedenen Autoantikörper ist unterschiedlich – der Nachweis einiger Autoantikörper ist (praktisch) beweisend für eine bestimmte Erkrankung, die meisten sind aber lediglich als Hinweise zu werten. Auch die Normwerte sind je nach Autoantikörper und teils auch je nach Labor verschieden.

Die wichtigsten Autoantikörper sind:

  • ANA (Antinukleärer Antikörper)
  • CCP-Antikörper (cyclische citrullinierte Antikörper, CCP-AK, auch ACP-Antikörper oder ACPA genannt) richten sich gegen die Aminosäure Zitrullin und lassen sich im Labor durch einen Test mit dem künstlichen Eiweiß CCP nachweisen. Zusammen mit dem Rheumafaktor gehören die CCP-Antikörper heute zu den wichtigsten Laborparametern bei Rheumatoider Arthritis.
  • Schilddrüsenautoantikörper (SD-AK) wie TPO-AK, TRAK, MAK und TAK
  • Rheumafaktoren.

Autor: Dr. med. Arne Schäffler, Dr. med. Ingrid Wess

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