Herz, Gefäße, Kreislauf


Erkrankungen des Blutdrucks und der arteriellen Blutgefäße

Angiodysplasien und AV-Fisteln

Angiodysplasie (vaskuläre Dysplasie): Angeborene arterielle, venöse oder auch lymphatische Gefäßfehlbildung, vereinzelt oder mehrfach in verschiedensten Organen auftretend. Unter der Haut liegend sind Angiodysplasien an einer dauerhaften rotblauen Verfärbung der Haut zu erkennen. An der Magen-Darm-Schleimhaut machen sie sich durch zeitweise auftretende Darumblutungen mit entsprechendem Blutabgang mit dem Stuhl bemerkbar. Sie sind manchmal erst durch eine Angiografie oder eine Erythrozytenszintigrafie aufzufinden, bei der die roten Blutkörperchen radioaktiv markiert werden.

Wenn Angiodysplasien in Form eines Gefäßkurzschlusses zwischen arteriellem und venösem Blutgefäßsystem ausgebildet sind, spricht der Arzt von einer AV-Fistel (Arterio-venöser Fistel).

AV-Fisteln können durch den Gefäßkurzschluss das Herz belasten, dies vor allem dann, wenn sie sich in seiner Nähe befinden.

Behandlungsbedürftige Angiodysplasien oder AV-Fisteln werden medikamentös verödet oder operativ entfernt.

Bei Dialyse-Patienten wird eine AV-Fistel gezielt am Arm (Handgelenk, Unterarm) angelegt, Cimino-Shunt. Bei diesem Shunt handelt es sich um eine operative Verbindung einer großen Arterie mit einer großen Vene. Hier bildet sich im Verlauf von Wochen ein kräftiges, gut punktierbares Gefäß, ein so genannter Dialyse-Shunt, aus, über das ausreichende Blutmengen zur Dialysemaschine und wieder zurückfließen können.

Manchmal entstehen AV-Fisteln unabsichtlich nach einer Gefäßverletzung oder einem diagnostischen medizinischen Eingriff (z. B. nach einer Punktion der Leistenarterie zur Koronarangiografie). Solche Fisteln verschließen sich häufig durch langes Abdrücken (z. B. für eine Stunde). Gelingt dies nicht, werden sie durch einen kleinen operativen Eingriff unterbunden.

Aortenaneurysma

Aortenaneurysma: Krankhafte Aussackung der Gefäßwand der Aorta. Aortenaneurymen treten bevorzugt bei älteren Menschen und überwiegend an der Bauchaorta auf. Männer erkranken wesentlich häufiger als Frauen. Jedes größere Aortenaneurysma ist eine Zeitbombe – es kann platzen und verursacht dann meist tödliche innerliche Blutungen. Die rasche gefäßchirurgische Beseitigung ist deshalb die Behandlung der Wahl, wenn das Aortenaneurysma eine kritische Größe entwickelt hat.

Es können auch an jedem anderen arteriellen Gefäß Aneurysmen auftreten z. B. im Rahmen von Autoimmunerkrankungen, Vaskulitiden.

Leitbeschwerden

  • Selten Rückenschmerzen oder leichter lokaler Druckschmerz
  • Pulssynchrones Klopfgefühl im Bauch
  • Beim Aufreißen der Aorta: Plötzlich Atemnot bei Belastung, starke Schmerzen, Blutdruckabfall, Kreislaufzusammenbruch.

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag, wenn die obigen Beschwerden bemerkt werden.

Sofort den Notarzt rufen, wenn plötzlich starke Schmerzen im Brust- oder Bauchbereich mit Schwindel, Schwäche, Übelkeit und kaltem Schweiß auftreten.

Die Erkrankung

Der Bauchabschnitt der Hauptschlagader wird im höheren Lebensalter besonders häufig durch Arteriosklerose und Entzündungen beschädigt. Dauerhaft erhöhter Blutdruck, Gewebsschwäche und Einrisse der Aorteninnenschicht führen zu einer sackartigen Ausweitung, die platzen kann. Gefährdete Stellen sind abzweigende Gefäße zum Darm oder zu den Nieren. Hoher Blutdruck fördert somit die Entstehung eines Aneurysmas.

Die Aufweitung tritt am häufigsten an der Bauchaorta (abdominelles Aortenaneurysma) auf, seltener auch an der Brustaorta (thorakales Aortenaneurysma). Der Durchmesser der Aorta kann dabei um das Doppelte und mehr zunehmen.

Die Diagnose wird meist zufällig bei einer Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung gestellt oder es fällt dem Patienten oder dem Arzt eine pulsierende Schwellung beim Abtasten des Bauchs auf.

Das macht der Arzt

Der Arzt stellt Größe und Ausdehnung des Aortenaneurysmas mit Ultraschall, Kernspin und/oder CT fest. Meist wird es aber zufällig gefunden, z. B. durch einen Bauchultraschall beim Internisten im Zuge einer Vorsorgeuntersuchung.

Die entscheidende Frage ist die nach der Dringlichkeit einer Operation. Ein Aortenaneurysma neigt mit zunehmender Größe zum Zerreißen. Die dadurch entstehende Massenblutung, wie sie der Mediziner nennt, endet selbst bei sofortiger Operation meist tödlich. Leider sind Operationen an Aortenaneurysmen stets schwerwiegende Eingriffe, da abhängig vom Ort des Aneurysmas 5–10 % der Eingriffe tödlich verlaufen. Deshalb haben jahrelange Beobachtungen zu der Empfehlung geführt, ein Aortenaneurysma erst dann zu operieren, wenn es einen Querdurchmesser von 5,5 cm überschreitet. Im Einzelfall beeinflussen auch weitere Kriterien die Entscheidung, z. B. operationstechnische Zugänglichkeit des Aneurysmas und bestehende Begleiterkrankungen. So wird im Bereich des Brustkorbs wegen der besonders schwierigen OP-Gegebenheiten erst bei größeren Durchmessern operiert.

Bei der Operation ersetzt ein Gefäßchirurg die erweiterte Aorta durch eine Gefäßprothese. Für die Bauchaorta gibt es darüber hinaus noch die neue Möglichkeit, eine entfaltbare Aortenprothese ohne Operation über einen Katheter einzubringen und im Aneurysma als "Rohr im Rohr" zu platzieren. Langzeitergebnisse dieses Eingriffes stehen noch aus.

In einigen Ländern, wie Schweden, Großbritannien und den USA, gibt es ein systematisches Ultraschall-Screening zur Früherkennung von Aneurysmen. Demnach findet sich bei 4-8 Prozent der über 65-jährigen Männer und 0,5-1,5 Prozent der über 65-jährigen Frauen eine Aussackung der Aorta. In Deutschland ist ein vergleichbares Screening nicht im Gespräch. Jedoch wird bei Risikopatienten über 65 Jahren eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums empfohlen. Zu den Risikopatienten zählen etwa Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen oder starke Raucher. 

Solange noch keine Operation ansteht, wird das Aneurysma alle 6 bis 12 Monate kontrolliert, um eine Größenänderung rechtzeitig zu erfassen. Außerdem wird auf eine gute Blutdruckeinstellung geachtet.

Selbsthilfe

Nicht jedes Aneurysma muss operiert werden. Je nach Größe und Form ist die Wahrscheinlichkeit eines Zerreißens unterschiedlich hoch. Wägen Sie die Argumente gemeinsam mit dem Arzt ab. Wenn Sie sich operieren lassen, suchen Sie eine Klinik mit großer Erfahrung im Bereich der Gefäßchirurgie. Die OP kann offen (größerer Schnitt) oder minimal-invasiv als Rohr-im-Rohr-Prothese durchgeführt werden. Der minimal-invasive Eingriff ist für den Patienten weniger belastend. Ob er den gleichen Schutz wie eine konventionelle Gefäßprothese bietet, wird allerdings erst die Zukunft zeigen.

Weiterführende Informationen

  • K. & J. Ennker: Aortenchirurgie. Steinkopff, 2003. Patientenratgeber zu Aortenaneurysma und Aortendissektion. Überblick über Ursachen, Therapiemöglichkeiten und die Zeit nach der Operation.

Aortendissektion

Aortendissektion: Längsspaltung der mehrschichtigen Aortenwand über eine längere Strecke.

Tritt sie akut auf, ist sie ein lebensbedrohlicher Notfall mit ~ 20 % Sterblichkeit trotz Krankenhausbehandlung und Operation. Eine Aortendissektion entsteht bevorzugt bei älteren Menschen. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Gefährdet sind vor allem Patienten mit Bluthochdruck oder angeborenen Bindegewebserkrankungen.

Leitbeschwerden

Betroffene spüren plötzliche, starke reißende und schneidende Schmerzen in Brustkorb oder Rücken, die oft nach körperlichen oder psychischen Belastungen auftreten. Der Notarzt sollte sofort gerufen werden.

Die Erkrankung

Die Aortenwand besteht, wie jedes Blutgefäß, aus mehreren Gewebeschichten. Wenn die innerste Schicht, die Intima, einreißt, dringt Blut in die Aortenwand ein und wühlt sich zwischen den einzelnen Gewebsschichten innerhalb der Aortenwand. Dadurch spaltet sich die Aortenwand auf. Dieser Dissektionsspalt kann sich über weite Strecken der Aorta fortsetzen.

Die zerteilte Gefäßwand wölbt sich in das Gefäßinnere vor und engt es ein oder sie platzt nach außen auf und verursacht große innere Blutungen. Akute Aortendissektionen sind Notfälle und werden sofort operiert.

Häufiger aber ist die Feststellung als Zufallsbefund, z. B. im Rahmen eines Bauchultraschalls. Diese „stillen“ Aortendissektionen werden dann sofort operiert, wenn sie in der Nähe des Herzens liegen; sie werden als Typ A nach Stanford bezeichnet, lebensbedrohliche Komplikationen drohen rasch und sehr häufig. Liegt die Dissektion in der Bauchaorta oder im zwerchfellnahen Abschnitt – Typ B nach Stanford –, kann zunächst abgewartet werden.

Das macht der Arzt

Rät der Arzt zunächst abzuwarten, muss auf normale Blutdruckwerte geachtet und schwere körperliche Arbeit gemieden werden. Besonders wichtig ist die Regulierung des Stuhlgangs, Verstopfung und starkes Pressen müssen verhindert werden. Halbjährliche Befundkontrollen sind erforderlich. Nicht selten erübrigt sich eine OP, wenn das Blut im Dissektionsspalt gerinnt und den Spalt wieder verschließt.

Wird operiert, so wird der eingerissene Abschnitt wie bei einem Aortenaneurysma durch eine Prothese ersetzt.

Arterielle Hypotonie und orthostatische Dysregulation

Arterielle Hypotonie (Konstitutioneller niedriger Blutdruck): Dauerhaft niedrige systolische Blutdruckwerte unter 100 mmHg. Bei jungen Frauen oder schlankwüchsigen Menschen sind dauerhaft niedrige systolische Blutdruckwerte unter 100 mmHg ohne wesentliche Beschwerden nicht selten.

Orthostatische Dysregulation (orthostatische Hypotonie, orthostatische Kreislaufregulationsstörung): Plötzlicher Blutdruckabfall nach Lagewechseln, insbesondere raschem Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen führt zu Schwindel bis hin zu Bewusstlosigkeit. Betroffen sind bevorzugt ältere Menschen, Diabetiker, Menschen mit ausgeprägten Krampfadern oder solche, die von Haus aus bereits niedrige Blutdruckwerte haben. Bei älteren Menschen gehört die orthostatische Dysregulation zu den häufigsten Ursachen einer plötzlichen Bewusstlosigkeit, die meist aber nur kurz anhält.

Die therapeutischen Möglichkeiten sind bei beiden Erkrankungen leider begrenzt.

Leitbeschwerden

Arterielle Hypotonie:

  • Schlappheit, Müdigkeit
  • Eingeschränkte Leistungsfähigkeit, morgens lange „keine Energie“
  • kalte Hände und Füße

Orthostatische Dysregulation, vor allem nach einem plötzlichen Lagewechsel des Körpers:

  • Schwindel, Benommenheit, Schwarzwerden vor den Augen, Bewusstlosigkeit,
  • Blässe, Schweißausbruch, Übelkeit, Herzklopfen
  • Kopfschmerzen
  • Ohrgeräusche.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn nach dem Aufstehen oder bei längerem Stehen regelmäßig Schwindel, Schweißausbruch oder Übelkeit auftreten

Sofort, wenn es erstmals kurzzeitig zu Bewusstlosigkeit kam.

Die Erkrankung

Eine arterielle Hypotonie ist meist anlagebedingt und tritt familiär gehäuft auf. Behandlungsbedürftige Beschwerden sind damit meist nicht verbunden. Niedrige Blutdruckwerte können auch Folge von Herzkrankheiten, von Hormonstörungen (z. B. bei Schilddrüsenunterfunktion), von Flüssigkeitsmangel (z. B. nach großer Hitze und starkem Schwitzen) oder von Medikamentennebenwirkungen (z. B. nach Bluthochdruckmedikamenten oder Psychopharmaka) sein.

Im Gegensatz zur dauerhaften arteriellen Hypotonie kommt es bei der orthostatischen Dysregulation anfallsweise zu niedrigen Blutdruckwerten. Stehen die Betroffenen schnell auf, so versackt das Blut aufgrund der Schwerkraft in den Beinen, ohne dass das vegetative Nervensystem darauf reagiert und dies durch reflektorisches Zusammenziehen der venösen Blutgefäße verhindert. In der Folge fließt plötzlich zu wenig Blut zum Herzen zurück und der Blutdruck fällt ab. Die entstehende Mangeldurchblutung des Gehirns führt zu Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen bis hin zur Bewusstlosigkeit. Ein Kollabieren und Hinstürzen lässt sich verhindern, indem man sich hinsetzt oder hinlegt und die Beine hochlegt, wodurch das Blut zum Herzen zurückfließt. Die Blutverteilungsstörung ist damit behoben, der Blutdruck steigt wieder, das Gehirn wird wieder mit mehr Blut versorgt und die Beschwerden vergehen.

Ob eine Neigung zur orthostatischen Hypotonie besteht, kann mit Hilfe des Schellong-Tests geprüft werden:

Der Patient legt sich für 10 Minuten auf eine Liege, steht anschließend abrupt auf und bleibt 10 Minuten lang stehen. Im Stehen werden in regelmäßigen Abständen Puls und Blutdruck gemessen und es wird nach Beschwerden gefragt. Normalerweise treten keine Beschwerden auf, Blutdruck und Puls ändern sich kaum. Besteht eine orthostatische Dysregulation, provoziert der abrupte Lagewechsel die typischen Beschwerden und zumindest ein Blutdruckwert ist deutlich erniedrigt.

Bei Patienten, die bereits Ohnmachtsanfälle erlitten haben, wird eine vergleichbare Untersuchung mit einem kippbaren Tisch durchgeführt, auf dem sie festgeschnallt werden. Bei tatsächlich auftretender Ohnmacht ist der Patient vor Stürzen geschützt. Die Kipptischuntersuchung kann z. B. auch bei der Diagnose von Herzrhythmusstörungen helfen.

Bei Patienten mit starkem Blutdruckabfall und Beschwerden können zwei Formen der orthostatischen Hypotonie unterschieden werden:

  • Sackt der systolische Blutdruck nach dem Aufstehen deutlich ab und steigt gleichzeitig der Pulsschlag, so liegt eine sympathikotone orthostatische Hypotonie vor.
  • Bei der asympathikotonen orthostatischen Hypotonie fallen systolischer und diastolischer Blutdruck nach dem Aufstehen deutlich ab, ohne dass der Pulsschlag ansteigt. Er bleibt vielmehr unverändert oder fällt sogar ab.

Das macht der Arzt

Anhand der geschilderten Beschwerden vermutet der Arzt oft schon eine orthostatische Dysregulation, mit dem Schellong-Test kann er sie oft nachweisen. Anhaltend niedrige systolische Blutdruckwerte unter 100 mmHg fallen meist als Zufallsbefund bei Blutdruckmessungen in der Arztpraxis oder bei einer 24-Stunden-Blutdruck-Messung auf.

Sowohl bei orthostatischer Dysregulation als auch bei Beschwerden wegen arterieller Hypotonie steht zunächst die Selbsthilfe im Vordergrund. Daneben kommt das Tragen von Kompressionsstrümpfen in Betracht. Medikamente, die den Blutdruck senken, sollten weggelassen werden.

Medikamentöse Therapie. Medikamente sind in den seltensten Fällen erforderlich und werden wegen möglicher Nebenwirkungen auch nur ungern eingenommen und verschrieben. Es gibt auch keinen geeigneten Wirkstoff, der ausschließlich Venen gerade dann verengt, wenn zu wenig Blut zum Herzen zurückfließt.

Wenn der Patient eine Therapie wünscht, kann das sympathische Nervensystem mit Substanzen wie Etilefrin, Coffein, Midodrin, Oxilofrin oder Ameziniummetilsulfat angeregt werden. Nachteil ist, dass diese Stimulation den ganzen Körper erfasst und daher auch Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden können.

Durch die Einnahme von Fludrocortison wird die Flüssigkeitsmenge in den Blutgefäßen erhöht und dadurch der Blutdruck angehoben. Auch hier müssen mögliche Nebenwirkungen wie Wassereinlagerungen ins Gewebe beachtet werden.

Selbsthilfe

Gewöhnen Sie sich an, nach dem Schlafen, nach längerem Sitzen oder einem Bad nicht abrupt, sondern langsam aufzustehen. Im Übrigen ist Duschen für Sie besser geeignet als Baden. Wenn Sie dennoch auf ein Vollbad nicht verzichten möchten, achten Sie darauf, dass das Wasser nicht zu warm ist und stehen Sie ganz besonders langsam aus der Badewanne auf. Denn aufgrund der warmen Haut und der damit weit gestellten Gefäße sackt das Blut gerne in die Beine. Meiden Sie überwärmte Räume.

Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper. Die Schrägstellung des Kopfteils auf etwa 20° vermindert die nächtliche Nierenausscheidung und lindert so Blutdruckschwankungen beim morgendlichen Aufstehen.

Viele Betroffene profitieren auch von Kompressionsstrümpfen Klasse I. Sie sind zwar im Sommer etwas lästig, werden aber in den übrigen Jahreszeiten von sehr vielen Betroffenen getragen.

Hydrotherapie. Trainieren Sie die Reaktionsfähigkeit Ihres unwillkürlichen Nervensystems durch heiß-kalte Wechselduschen. Wenn Sie eher zum Typ der „Warmduscher“ gehören, fangen Sie mit 10-sekündigen Kaltduschphasen der Beine an und verlängern Sie diese in den nächsten Wochen langsam auf 30 Sekunden. Kreislaufanregend wirken auch Tautreten, kalte Güsse, kalte Armbäder und Trockenbürsten, z. B. mit einem Luffahandschuh. Achten Sie darauf, dass Sie immer kreisend von außen in Richtung Herz bürsten.

Umstritten ist, ob regelmäßige Saunabesuche bei niedrigem Blutdruck sinnvoll sind. Die durch die Wärme hervorgerufene Gefäßerweiterung kann zu einem Kreislaufkollaps führen. Wenn Sie dennoch nicht darauf verzichten wollen, beginnen Sie am besten mit kurzen Saunaaufenthalten und verlängern Sie diese erst, wenn Sie die Wärme gut vertragen.

Ernährung. Nehmen Sie beim Essen großzügig Kochsalz zu sich, trinken Sie reichlich, vermeiden Sie opulente Mahlzeiten – besser sind viele kleinere Portionen.

Bewegung. Planen Sie in Ihren Tagesablauf viele körperliche Aktivitäten ein. Ignorieren Sie den Aufzug an Ihrem Arbeitsplatz und benutzen Sie die Treppen. Lassen Sie auch bei längeren Gehstrecken das Auto stehen und erledigen Sie Ihre Besorgungen von nun an zu Fuß oder per Fahrrad.

Morgendliche Gymnastikübungen bringen den Kreislauf auf Trab. Legen Sie sich z. B. auf den Rücken, heben Sie die Beine zur Kerze an und fahren Sie dann mit den Beinen in der Luft für 5–10 Minuten Rad. Den gleichen Zweck erfüllen Kniebeugen oder Im-Stand-Joggen, indem Sie einige Minuten auf der Stelle laufen.

Treiben Sie regelmäßig Sport, besonders geeignet sind Sportarten, die einen stark anregenden Effekt auf den Kreislauf haben, z. B. Joggen, Mountainbiking oder Tanzen.

Komplementärmedizin

Entspannungsverfahren. Yoga übt zwar keinen direkten Einfluss auf den Blutdruck aus, einige Körper- und Atemübungen haben aber einen belebenden Effekt und mindern deshalb die Symptome eines niedrigen Blutdrucks.

Pflanzenheilkunde. Als kreislaufanregende Heilpflanzen gelten Ginsengwurzel (Panax ginseng), Kampfer (Cinnamomum camphora), Weißdorn Crataegus-Extrakte und Rosmarin (Rosmarinum officinalis). Besonders empfehlenswert sind Kombinationspräparate (z. B. Korodin Herz-Kreislauf-Tropfen®), bei gelegentlichen Beschwerden können auch Vollbäder mit Badezusätzen (z. B. Rosmarinöl und Kampfer in Kneipp Badeöl Rosmarin®) sinnvoll sein.

Homöopathie. Konstitutionsmittel, die einen Bezug zu niedrigem Blutdruck haben, sind u. a. Kalzium carbonicum, Gelsemium oder Sepia; darüber hinaus stehen verschiedene kreislaufanregende Komplexmittel (z. B. Diacard®, Hevert®-Aktivon) zur Verfügung.

Akupunktur. Es sind verschiedene Tonisierungspunkte bekannt, z. B. des Blasen-, Herz-Kreislauf- oder Lungenmeridians, deren gezielte Nadelung in manchen Fällen den niedrigen Blutdruck reguliert.

Arterielle Verschlusskrankheit der Darmgefäße

Arterielle Verschlusskrankheit der Darmgefäße (AVK der viszeralen Gefäße, AVK der Mesenterialarterie): Ungenügende Durchblutung der Eingeweide aufgrund arterieller Gefäßverengungen.

Durchblutungsstörungen der Darmgefäße treten als chronisches Leiden mit immer wieder beklagten Bauchschmerzen oder als plötzliches lebensbedrohliches Ereignis mit Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall in Erscheinung. Betroffen sind meist ältere Menschen, bei denen ähnliche Gefäßverengungen bereits von anderen Körperregionen bekannt sind.

Leitbeschwerden

Chronisch:

  • Bevorzugt nach dem Essen auftretende Bauchschmerzen
  • Verdauungsstörungen, Gewichtsabnahme.

Akut:

  • Plötzliche, starke, krampfartige Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen mit extrem druckschmerzhaftem Leib und Kreislaufstörungen bis hin zum Schock (akuter Arterienverschluss mit Darminfarkt und Bauchfellentzündung).

Die Erkrankung

Bei unzureichender Durchblutung der Eingeweide kommt es zu krampfartigen Bauchschmerzen. Wenn dies nur vorübergehend im Anschluss an ein Essen geschieht, spricht man von einer Angina abdominalis. Begleitend treten – zumindest langfristig – Stuhlunregelmäßigkeiten, Verdauungsstörungen, Gewichtsabnahme und zum Teil auch blutige Durchfälle hinzu.

Bei anhaltender Mangeldurchblutung des Darms kommt es zum Darminfarkt: Durch die geschädigte Darmwand treten Darmbakterien in den freien Bauchraum aus, wodurch sich eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung, Peritonitis, entwickelt.

Das macht der Arzt

Die Diagnose ist schwierig und wird oft erst spät gestellt, da der Arzt bei Bauchschmerzen nach dem Essen oder bei Blut im Stuhl zunächst an zahlreiche andere Erkrankungen denkt. Steht die Diagnose endlich, wird die Durchblutung zunächst medikamentös durch Plättchenhemmer, z. B. Acetylsalicylsäure verbessert. Reicht dies nicht, ist der nächste Schritt eine gefäßchirurgische Operation oder eine Gefäßaufdehnung.

Besonders schwierig ist die Diagnose eines akuten Darminfarktes, da hier ein relativ beschwerdefreies Intervall von mehreren Stunden auftritt. Der Patient hat dabei wenig Schmerzen, aber es entsteht in dieser Zeit eine Bauchfellentzündung. Doch gerade hier sind die Diagnosestellung und sofortige Therapie (Öffnung des Bauches und der verschlossenen Arterie) besonders wichtig, da der betroffene Darmabschnitt sonst abstirbt und entfernt werden muss.

Arteriosklerose

Arteriosklerose (Atherosklerose, Arterienverkalkung): Allmähliche und abgesehen von Frühstadien unumkehrbare Schädigung von Arterien durch Einlagerungen in und Ablagerungen auf der Gefäßwand. Führt zu Gefäßverengungen und -verschlüssen und erhöht das Risiko für viele Herz- und Kreislauferkrankungen.

Arteriosklerose ist keine Krankheit im eigentlichen Sinn, sondern ein natürlicher Abnutzungsprozess, durch den sich die Arterien, die das Blut vom Herzen in den Körper transportieren, langsam verengen. Oft schreiten die arteriosklerotischen Prozesse unbemerkt über Jahre und Jahrzehnte fort, bis die ersten Beschwerden auftreten – diese können jedoch gleich lebensbedrohlich sein, z. B. als Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Wie schnell dieser Alterungsprozess abläuft, haben wir in hohem Maße selbst in der Hand, und zwar durch unsere Ernährung und unseren Lebensstil. Das Risiko für arteriosklerotische Gefäßveränderungen steigt durch einen hohen Cholesterinspiegel, vor allem LDL-Cholesterin und Lipoprotein [a], Bewegungsarmut, Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht, besonders beim „Apfeltyp“ und Diabetes. Aber auch nicht beeinflussbare Faktoren, z. B. männliches Geschlecht, genetische Veranlagung und Stress, tragen zu ihrer Entstehung bei. Bis zu den Wechseljahren tritt Arteriosklerose bei Frauen seltener auf, da die weiblichen Geschlechtshormone einen gewissen Schutz bieten.

Leitbeschwerden

Oft jahrzehntelang keine.

Die Erkrankung

Arteriosklerotische Gefäßveränderungen entstehen an Stellen, an denen das Endothel, die schützende Membran der Intima, durch eine ungünstige Blutzusammensetzung, lokalen Sauerstoffmangel, Bluthochdruck und/oder Wirbel im Blutstrom beschädigt wurde. Es gibt einige typische Problemstellen im Gefäßsystem mit ungünstigen Strömungsverhältnissen und Wirbelbildungen, z. B. vor und nach den Abzweigungen der das Gehirn versorgenden Kopfarterien.

An den verletzten Stellen haften Blutplättchen an und verklumpen miteinander, ohne den Schaden jedoch vollständig zu verschließen. Das schützende Endothel wird durchlässig und die darunter liegenden Schichten erhalten direkten Kontakt mit dem Blut. Dadurch quillt vor allen Dingen die Intima auf und lagert Stoffe aus dem Blut ein. Cholesterin und andere Blutfette bilden immer dickere Beläge, die arteriosklerotische Plaque. Das Bindegewebe reagiert auf diese Fettablagerungen durch eine vermehrte Zellbildung, so dass die Intima verdickt. Im ungünstigsten Fall stirbt das Gewebe an der betroffenen Stelle ab und verkalkt. Vor allem das LDL-Cholesterin gilt als gefährlich. In seiner oxydierten Form wird es besonders stark in die Intima eingelagert. Das günstige HDL-Cholesterin dagegen kann Cholesterin sogar wieder aus den Ablagerungen herauslösen und abtransportieren. Eine gefäßschützende Wirkung haben auch Antioxidanzien, die die Oxidation von LDL-Cholesterin durch freie Sauerstoffradikale verhindern.

Die verdickte Intima und die Verkalkung verengen die Arterien, was die Durchblutung der von ihnen versorgten Organe und Körperteile erschwert. Bereits vorhandene Gefäßveränderungen vergrößern darüber hinaus die Gefahr für weitere Schäden an anderen Stellen. Steht die geschwächte Gefäßwand zudem unter starkem Druck, wie z. B. im Bereich der Bauchaorta, leiert sie aus und bildet ein Aneurysma.

Arteriosklerose betrifft in der Regel das gesamte arterielle System, auch wenn sich die Auswirkungen lokal unterschiedlich zeigen. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es vor, dass die Plaque aufreißt (Plaque-Ruptur). An diesen Stellen bilden sich Blutgerinnsel, die das Gefäß vollständig verschließen können und zu einem akuten Sauerstoffmangel in den normalerweise von dieser Arterie versorgten Gebieten führen. Zum Glück lösen sich solche Verschlüsse oft rasch wieder auf, oder das versorgte Gebiet wird auch noch von einer zweiten Arterie versorgt.

Am Herzen äußern sich Gefäßverengungen zunächst durch Angina pectoris. Bei einem vollständigen und endgültigen Gefäßverschluss kommt es zu einem Herzinfarkt. Im Gehirn verursacht Arteriosklerose zuerst eine Minderdurchblutung mit Symptomen wie bei TIA; wird ein Gefäß komplett verschlossen, ist ein Schlaganfall die Folge. Auch an anderen Körperteilen führt die Arteriosklerose zu unangenehmen bis lebensgefährlichen Krankheitsbildern. So treiben verengte Nierengefäße (Nierenarterienstenose) den Blutdruck in die Höhe mit der Gefahr des Nierenversagens. Verkalkte Beckenarterien sind ein häufiger Grund für Potenzstörungen bei älteren Männern. Leichte bis schwere Durchblutungsstörungen in den Beinen sind auch bedingt durch arteriosklerotisch verengte Arterien, pAVK.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO unterscheidet drei Arteriosklerose-Stadien. Im ersten Stadium sind nur leichte Frühschäden (z. B. Fettstreifen) festzustellen. Im zweiten Stadium haben sich bereits arteriosklerotische Plaques gebildet. Erst im dritten Stadium zeigen sich die gefährlichen arteriosklerosebedingten Folgeerkrankungen.

Vorsorge

Arteriosklerose ist zwar ein natürlicher Abnutzungsprozess, gefährliche Folgeerkrankungen sind jedoch keineswegs Schicksal, sondern ein weitgehend hausgemachtes Problem. Erwiesenermaßen vorbeugend wirken körperliche Aktivität, eine kalorienbilanzierte, fettarme und ballaststoffreiche Ernährung, mediterrane Ernährung sowie ein maßvoller Alkoholkonsum und der Verzicht auf Nikotin. Neuesten Erkenntnissen nach ist es durch eine gesunde Ernährung sogar möglich, bereits vorhandene Ablagerungen wieder zu reduzieren.

Als Suchtest zur Risikoabschätzung einer Arteriosklerose und ihrer Folgekrankheiten dienen die Blutwerte hsCRP und eine erhöhte Fibrinogenkonzentration.

Mehr noch als für Gesunde ist die Arteriosklerose-Vorbeugung für chronisch Kranke von Bedeutung. Eine große Rolle spielen die

  • Optimale Blutzuckereinstellung bei Patienten mit Diabetes
  • Optimale Blutdruckeinstellung bei Hypertonikern
  • Regulierung der Blutfette bei Patienten mit Blutfettstörungen.

Bluthochdruck

Bluthochdruck (arterielle Hypertonie): Dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte von mindestens 140/90 mmHg.

Etwa 25 % der erwachsenen Bevölkerung und die Hälfte der über 60-Jährigen leiden an Bluthochdruck, wobei knapp ein Drittel der Betroffenen nichts davon wissen.

Jeder langjährige Bluthochdruck belastet das Herz und schädigt die arteriellen Gefäße. Er ist aber einer derjenigen Risikofaktoren für die Entstehung von Arteriosklerose, Herzinsuffizienz, KHK, Schlaganfall, Nierenfunktionsstörung oder Durchblutungsstörungen von Gliedmaßen, die der Patient selbst beeinflussen kann.

Als Blutdruckentgleisung (hypertensive Krise) bezeichnet man Blutdruckwerte über 230/130 mmHg. Es drohen dann Verwirrtheit, Krampfanfälle oder Komplikationen, z. B. der akute Schlaganfall, die akute Linksherzinsuffizienz mit Lungenödem bis hin zur Aortendissektion. Eine sofortige Blutdrucksenkung durch einen (Not-)Arzt und die Einweisung in eine Klinik sind erforderlich!

Leitbeschwerden

  • Kopfschmerzen beim Aufwachen, vor allem im Hinterkopfbereich
  • Herzklopfen, stechende Brustschmerzen
  • Häufiges Nasenbluten
  • Atemnot bei Belastung
  • Schwindelanfälle, Ohrensausen, Sehstörungen bis hin zu kurzen Ohnmachtsanfällen, Verwirrtheit.

Bei zugrunde liegenden Hormonstörungen:

  • Muskelschwäche, auffällig viel Durst und Wasserlassen, ungewöhnliches Schwitzen, ausgeprägte Gewichtsveränderungen.

Bei Blutdruckentgleisung:

  • Möglicherweise Sehstörungen, Schwindel, stärkste Kopfschmerzen, Atemnot, Herzschmerzen oder reißende Schmerzen im Brustkorb oder Bauchbereich, Bewusstseinsstörungen oder Lähmungserscheinungen.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn

  • Erstmals hohe Blutdruckwerte gemessen werden
  • Sich Beschwerden wie grundloses Nasenbluten (außer bei Jugendlichen während der Pubertät), Blut im Urin oder Kopfschmerzen beim Aufwachen häufen
  • Sich Körperform, Gewicht, Durst, Wasserlassen, Schwitzen oder die Belastungsfähigkeit auffällig ändern
  • Herzklopfen, Schwindelanfälle oder Sehstörungen auftreten.

Sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus, wenn die Blutdruckwerte

  • Anhaltend über 200/130 mmHg liegen
  • Sich mit eigenen Blutdruckmedikamenten nicht absenken lassen
  • Mit Unwohlsein verbunden sind.

Die Erkrankung

Bluthochdruck liegt vor, wenn bei mehrmaligen Messungen an verschiedenen Tagen, zu verschiedenen Zeiten in Ruhe Werte von 140/90 mmHg und mehr ermittelt wurden. Die arterielle Hypertonie tritt oft gemeinsam mit stammbetontem Übergewicht, („Apfeltyp“), Diabetes oder pathologischer Glukosetoleranz, Fettstoffwechselstörungen oder erhöhten Harnsäurewerten auf, metabolisches Syndrom.

Es gibt unterschiedliche Grundformen von hohem Blutdruck:

Bei der essenziellen Hypertonie (primäre Hypertonie, idiopathische Hypertonie, über 90 % aller Bluthochdruckpatienten) ist die auslösende Ursache unbekannt. Die familiäre Häufung zeigt, dass überwiegend erbliche Faktoren vorliegen. Daneben begünstigen Lebensgewohnheiten ihre Entwicklung, z. B. Rauchen, erhöhter Kaffee-, Alkohol- und Salzkonsum, Bewegungsmangel, Übergewicht und Stress. Bei Frauen ist Bluthochdruck oft mit den hormonellen Veränderungen nach den Wechseljahren verbunden, ohne dass man die genauen Zusammenhänge kennt. Vor den Wechseljahren leiden Frauen seltener an Bluthochdruck als Männer.

In 5–10 % der Fälle stellt der Bluthochdruck eine Folgeerscheinung von Nierenerkrankungen, hormonellen Störungen oder arteriellen Gefäßverengungen dar und wird daher als sekundäre Hypertonie bezeichnet. Im Gegensatz zur essenziellen Hypertonie ist die sekundäre Hypertonie heilbar, wenn die auslösende Ursache beseitigt wird:

  • Vor allem die Niere kann über die Ausschüttung blutdruckwirksamer Substanzen und über die ausgeschiedene Harnmenge den Blutdruck beeinflussen. Viele chronische Nierenerkrankungen sind daher auch mit hohem Blutdruck verbunden, z. B. Glomerulonephritis. Daneben täuscht eine Verengung der für die Nierendurchblutung verantwortlichen Arterie (Nierenarterienstenose) einen zu niedrigen Blutdruck vor, was ebenfalls blutdrucksteigernde Reaktionen in Gang setzt b(renale Hypertonie). Wenn man zu lange wartet, um die Verengung zu beseitigen, kann es sein, dass der Bluthochdruck „fixiert“ wird und trotz einer Operation bestehen bleibt.
  • Eine ganze Reihe von Erkrankungen der Hormondrüsen (so z. B. Erkrankungen der Nebenniere, der Schilddrüse, der Nebenschilddrüse und der Hirnanhangsdrüse) kann neben anderen Beschwerden auch den Blutdruck erhöhen, z. B. bei Conn-Syndrom, Phäochromozytom, Cushing-Syndrom, Adrenogenitalem Syndrom, Akromegalie, Schilddrüsen-Überfunktion oder Nebenschilddrüsen-Überfunktion.
  • Auch unter der Einnahme verschiedener Medikamente, z. B. der „Pille“ oder Kortison, kann sich Bluthochdruck entwickeln.
  • Sind erhöhte Blutdruckmesswerte nur auf die Arme begrenzt, so weist dies auf die Aortenisthmusstenose hin.

Folgen des Bluthochdrucks. Langjährig erhöhter Blutdruck führt zur Verdickung der linken Herzkammermuskulatur als Folge der erhöhten Leistung des linken Herzmuskels gegen den permanent erhöhten Gefäßwiderstand der Körperschlagadern. Der verdickte Herzmuskel braucht aber entsprechend mehr Sauerstoff für seine Mehrleistung. Dieser Mehrbedarf kann so ausgeprägt ausfallen, dass die Herzkranzgefäße keine ausreichende Durchblutung des Herzmuskels mehr gewährleisten und bei Belastung Angina pectoris entsteht. Im weiteren Verlauf erschöpft der Herzmuskel und es entwickelt sich eine Herzinsuffizienz sowie eine Neigung zu Herzrhythmusstörungen und zu arteriosklerotischen Gefäßveränderungen an anderen Organen. Die WHO teilt die Bluthochdruckkrankheit anhand der entstandenen Organschäden in die Bluthochdruckstadien Grad I bis Grad III ein. Bei einem Blutdruck vom WHO-Grad I liegen noch keine Schäden vor, beim WHO-Grad II sind beginnende, beim WHO-Grad III fortgeschrittene hochdruckbedingte Organschäden festzustellen.

Das macht der Arzt

Diagnosesicherung. Weil der Blutdruck auch bei Gesunden natürlichen Schwankungen unterliegt und sich von Minute zu Minute ändert, darf einzelnen Messwerten nicht zuviel Bedeutung beigemessen werden. So führt z. B. die innere Anspannung bei Arztbesuchen dazu, dass sich ~ 30 % der dort gemessenen Blutdruckwerte bei weiteren Kontrollen nicht bestätigen (Weißkittelhochdruck).

Bei schwankenden Blutdruckwerten ist der Mittelwert aus wenigstens 12 Messungen über eine Woche verteilt als maßgeblicher Blutdruckwert anzusehen. Auch eine Langzeit-Blutdruckmessung eignet sich bestens, um den tatsächlichen Blutdruck zu ermitteln. Sie hat den Vorteil, dass sie auch die nächtlichen Blutdruckwerte berücksichtigt.

Bei neu entdecktem Bluthochdruck muss zunächst geklärt werden, ob es sich um eine essenzielle oder sekundäre Form handelt und ob bereits Folgeschäden bestehen. Der Arzt prüft daher, ob eine familiäre Veranlagung für Bluthochdruck bekannt ist und ob Risikofaktoren oder Hinweise für Herz- und Gefäßkrankheiten, Nierenerkrankungen oder Hormonstörungen vorliegen. Meist schließen sich Laboruntersuchungen, EKG, Echokardiografie, Ultraschalluntersuchungen des Bauchraumes und der Nierengegend und eine Urinuntersuchung an. Bei einem Verdacht auf eine sekundäre Hypertonie werden je nach vermuteter primärer Ursache weitere Untersuchungen notwendig.

Am Augenhintergrund sind die Folgen des Bluthochdrucks schon vergleichsweise früh durch Veränderungen an den kleinen Blutgefäßen sichtbar. Dies kann im Zweifelsfall den Ausschlag zur Behandlung auch bei nur gering erhöhten Bluthochdruckwerten geben. Da die Augen einen Anteil des Gehirns darstellen, ist bei Hypertonikern die Spiegelung der Netzhaut sehr wichtig. Vom Durchblutungszustand des Augenhintergrundes kann ein Rückschluss auf den Durchblutungszustand des Gehirns gezogen werden.

Behandlungsnotwendigkeit. Ob und wie weit der Blutdruck gesenkt werden soll, hängt vom Gesamtrisiko für Herz- und Gefäßkrankheiten, vom Allgemeinzustand und von den Wünschen des Patienten ab.

  • Ohne zusätzliche Risikofaktoren kann bei einer leichten Hypertonie ohne erkennbare Organschäden mit Blutdruckwerten bis 159/99 mmHg der weitere Verlauf zunächst beobachtet werden.
  • Bestehen zusätzliche Risikofaktoren wie Diabetes, Fettstoffwechselstörung, Rauchen, hoher Alkoholkonsum, Übergewicht, körperliche Inaktivität, fortgeschrittenes Alter oder Bluthochdruck bei Blutsverwandten oder sind bereits bluthochdruckbedingte Herz- und Nierenschäden oder arteriosklerotische Veränderungen der Blutgefäße nachweisbar, so ist eine Behandlung selbst bei „noch normalen“ Blutdruckwerten bis 139/89 mmHg angezeigt.
  • Bei der isolierten systolischen Hypertonie wird erst ab systolischen Werten über 160 mmHg mit der Behandlung begonnen.
  • Bei älteren Menschen über 65 Jahre werden manchmal Blutdruckwerte bis 160/100 mmHg ohne Behandlung toleriert, wenn eine Neigung zu Schwindel und Stürzen bekannt ist oder frühere Behandlungsversuche mit Hochdruckmedikamenten zu Schwindel oder anderen schwer zu ertragenden Nebenwirkungen geführt haben.

Zielwerte. Hat sich der Patient zu einer blutdrucksenkenden Therapie entschlossen, wird die Absenkung des systolischen Blutdruckwertes auf 140 mmHg und die Absenkung des diastolischen auf 90 mmHg angestrebt. Bei Diabetikern sollte ein Zielblutdruck von 140/85 mmHg erreicht werden.

Viel Beachtung erlangte 2015 die SPRINT-Studie. Sie kam zu dem Ergebnis, dass bei Nicht-Diabetikern mit hohem kardiovaskulärem Risiko die Gesamtsterblichkeit deutlich reduziert werden kann, wenn der systolische Blutdruck auf Werte um 120 mmHg gesenkt wird. Ferner legen die Studienergebnisse auch bei mildem Bluthochdruck eine konsequente Behandlung nahe.

Eine Verhaltensänderung hin zu einem gesunden Lebensstil senkt den Blutdruck um etwa 10 mmHg. Damit wird eine Reduktion der notwendigen Blutdruckmedikamente erreicht. Bei leichten Hypertonieformen kann eine medikamentöse Therapie überflüssig werden. In der Praxis sind aber leider viel zu wenige Patienten bereit, den anstrengenden Weg einer Änderung des Lebenstils zu gehen, obwohl damit neben dem Bluthochdruck auch andere Risikofaktoren, z. B. die Blutfette und auch die psychische Konstitution, sehr günstig beeinflusst werden – was Tabletten nicht bewirken können. Eine große amerikanische Studie ergab zudem, dass eine zu starke medikamentöse Blutdrucksenkung das Risiko für Nierenversagen erhöht.
Eine starke medikamentöse Blutdrucksenkung, die nach gängigen Richtlinien bei Vorliegen starker Risikofaktoren wie Nierenerkrankungen mit hoher Eiweißausscheidung auf Zielwerte von unter 130/80 mmHg erfolgen soll, ist demnach zu hinterfragen.

Die Möglichkeit, den Risikofaktor „erhöhter Blutdruck“ auszuschalten, sollte unbedingt genutzt werden, da der Blutdruck ohne großen Aufwand zu messen ist und zahlreiche gut verträgliche Medikamente zur Behandlung zur Verfügung stehen!

Benötigen Patienten, die Kalziumantagonisten erhalten, eine Antibiotika-Behandlung, sollten Ärzte vorsichtig sein. Die Kombination der blutdrucksenkenden Mittel mit den Antibiotika Clarithromycin und Erythromycin verursacht einen starken Blutdruckabfall. Das Risiko für die Patienten, dadurch einen Schock zu erleiden, erhöht sich unter Erythromycin um das Sechsfache und unter Clarithromycin um das Vierfache. Zur Behandlung von bakteriellen Infektionen bei betroffenen Patienten eignet sich alternativ das Antibiotikum Azithromycin.

Vorsorge

Kontrollieren Sie ab dem 30. Lebensjahr einmal jährlich und ab dem 50. Lebensjahr halbjährlich den Blutdruck (in mehreren Einzelmessungen), um rechtzeitig auf die Entwicklung eines Bluthochdrucks aufmerksam zu werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn Bluthochdruck bei Eltern oder Geschwistern bekannt ist. Auch eine gesunde Lebensweise beugt Bluthochdruck nachweislich vor. Forscher fanden sechs Faktoren, die das Erkrankungsrisiko maßgeblich verringerten:

  • Normalgewicht
  • täglich eine halbe Stunde intensiver Sport
  • mäßiger Alkoholkonsum
  • Einnahme von Folsäure
  • Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten
  • Ernährung mit wenig rotem Fleisch, Wurst und Süßgetränken

Selbsthilfe

Medikamentöse Therapie. Nebenwirkungen der Hochdruckmedikamente (wie Leistungsknick oder Potenzprobleme) sind leider häufig. Hier ist es auf jeden Fall besser, gemeinsam mit dem Arzt über einen Präparatwechsel nachzudenken, als mit der Medikation aufzuhören. Manchmal ist auch einfach nur Geduld erforderlich. Treten z. B. zu Beginn einer Blutdruckbehandlung Müdigkeit oder Schwindel auf, so muss dies keine Medikamentenunverträglichkeit sein, sondern kann eine Folge des ungewohnten normalen Blutdrucks darstellen, an den sich der Körper erst wieder gewöhnen muss.

Nehmen Sie Ihre Blutdruckmedikamente regelmäßig und langfristig ein. Nur so ist die Wirksamkeit der Behandlung gewährleistet. Wenn die Blutdruckwerte nach einiger Zeit zu hoch oder zu niedrig sind, besprechen Sie mögliche Therapieänderungen mit Ihrem Arzt.

Leisten Sie sich als Bluthochdruckpatient ein eigenes Blutdruckmessgerät zur Selbstmessung, das erleichtert die Kontrolle der Blutdruckeinstellung. Messen Sie immer zur gleichen Zeit und am gleichen Ort, z. B. sonntags früh vor dem Frühstück.

Ernährung. Am Anfang steht die Normalisierung des Körpergewichts. Der Abbau von 1kg Übergewicht lässt den Blutdruck um mindestens 1–2 mmHg absinken.

Verwenden Sie möglichst wenig Kochsalz, denn ein hoher Salzkonsum kann den Blutdruck erhöhen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Menschen mit Bluthochdruck, die Aufnahme von Kochsalz (Natriumchlorid) mit der Nahrung auf maximal 6 g täglich zu beschränken. 6 g Speisesalz entsprechen in etwa einem gestrichenen Teelöffel voll Salz. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt die Speisesalzzufuhr bei ca. 70 % der Frauen und bei ca. 80 % der Männer derzeit zu hoch. Der größte Teil wird über verarbeitete Lebensmittel und den Verzehr außer Haus zubereiteter Speisen zugeführt. Um den Salzkonsum zu reduzieren, sollte der Verzehr verarbeiteter Lebensmittel reduziert und der Verzehr unverarbeiteter Lebensmittel, wie Gemüse und Obst gesteigert werden. Es empfiehlt sich, bei der Speisenzubereitung mit weniger Salz, dafür mit reichlich Gewürzen und Kräutern zu würzen. Es fällt leichter, die Salzzufuhr zu verringern, wenn dies in kleinen Schritten passiert, damit man sich an den schwächeren Salzgeschmack gewöhnen kann.

Auch eine kalium- und ballaststoffreiche Ernährung mit vielen Früchten (Bananen sind der Kaliumlieferant schlechthin, auch Trockenfrüchte bieten viel davon), Vollkornprodukten und Gemüse lässt den Blutdruck sinken. Möglicherweise haben auch Tomaten eine blutdrucksenkende Wirkung.

So genannte Entlastungstage, z. B. ein Obst, Saft- oder Reistag pro Woche, können über eine Entwässerung und Entsalzung des Körpers zu einer messbaren Blutdrucksenkung führen.

Alkohol. Reduzieren Sie den Alkoholkonsum. Männer sollten maximal 30g, Frauen 20g Alkohol pro Tag zu sich nehmen. 20g Alkohol entsprechen etwa 0,5l Bier oder 0,25l Wein – Mengen also, die keine radikalen Einschnitte erfordern.

Bewegung. Regelmäßiges Ausdauertraining ist für Bluthochdruckpatienten eine wichtige Maßnahme zur natürlichen Blutdruckregulierung. Optimal ist ein Training, das Sie zwei- bis dreimal pro Woche für anfänglich 30, später 45 Minuten ausüben. Wichtig ist, während der körperlichen Aktivität auf eine gleichmäßige Belastungsintensität zu achten, sodass es nicht zu gefährlichen Blutdruckspitzen kommt – „Laufen, ohne zu schnaufen“ kann dafür als Motto gelten.

Angeraten ist eine sportmedizinische Eingangsuntersuchung, bevor mit einem Krafttraining begonnen wird. Das Training sollte unter der Aufsicht eines Trainers stattfinden. Zusätzlich sollte vor jeder Trainingseinheit der Blutdruck gemessen werden. Liegen die Werte zu hoch, ist es sinnvoller zu pausieren. Vermeiden Sie unbedingt Pressatmung und Wettkampfsituationen, die Sie dazu animieren könnten, Ihre körperliche Belastbarkeit zu überschreiten. Vielleicht gibt es in Ihrer Nähe auch ambulante sportorientierte Hochdruckgruppen, bei denen die Trainingsprogramme unter ärztlicher Überwachung stattfinden.

Sonstige Belastungen. Meiden Sie (anhaltende) Stresssituationen in Beruf und Familie, suchen Sie Möglichkeiten zur Entspannung und achten Sie auf ausreichende Nachtruhe. Sowohl Schichtdienst als auch Fernreisen mit Jetlags können den Blutdruck steigern.

Kältereize wie Schwimmen im kalten Wasser, kalte Güsse oder eine kalte Dusche nach körperlicher Anstrengung oder einem Saunabesuch können den Blutdruck in die Höhe treiben. Dagegen wirken sich regelmäßige (morgendliche) Wechselduschen, ansteigende Armbäder oder ansteigende Fußbäder mit einem pflanzlichen Badezusatz (z. B. Thymian oder Melisse) am Abend positiv auf mäßig erhöhten Blutdruck aus.

Ist der Blutdruck stark erhöht, sollten Sie auf Saunabesuche verzichten.

Komplementärmedizin

Mind-Body-Therapien und Entspannungsverfahren

Pflanzenheilkunde. Viele Studien zeigen, dass mit ihnen Blutdrucksenkungen um einige mmHg erzielt werden können, aber keine ausgeprägteren blutdrucksenkenden Effekte. Zu den häufig eingesetzten Phytopharmaka gehören hoch dosierte Weißdornextrakte, Crataegus-Extrakte, (z. B. Crataegutt® forte, Regulacor®) und Knoblauchextrakte (z. B. Sapec® Dragees), denen zudem eine gefäßschützende Wirkung zugeschrieben wird. Manche Bluthochdruckpatienten sprechen auch auf Mistelkrautpräparate (z. B. Viscysat® Bürger Tropfen, viscum aar® Dragees) oder pflanzliche Kombinationspräparate (z. B. Antihypertonikum S Schuck Tropfen oder Dragees) an.

Stressgeplagte Patienten mit mäßig erhöhtem Blutdruck profitieren oft auch von entspannungsfördernden Heilpflanzen wie Baldrianwurzel, Melisseblätter oder Lavendel als ergänzende Maßnahme etwa zu einer Mind-Body- bzw. Entspannungstherapie.

Wegen möglicher Nebenwirkungen (z. B. depressive Verstimmungen) und teilweise gefährlicher Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sowie mit Alkohol raten viele Autoren von Zubereitungen mit Rauwolfia (Rauwolfia serpentina) ab.

Homöopathie. Die Homöopathie kennt verschiedene Konstitutionsmittel, die bei mildem Bluthochdruck in Frage kommen, z. B. Arnica, Belladonna, Kalzium carbonicum, Natrium muriaticum, Nux Vomica und Sulfur. Außerdem sind verschiedene Komplexmittel (z. B. Auro-cyl® Homoeopath. Funkt.-Complex Tropfen, Antihypertonicum-Weliplex®) erhältlich.

Hydrotherapie. Wer gerne badet und unter mäßig erhöhtem Bluthochdruck leidet, kann versuchen, seinen Blutdruck mit Kohlensäurebädern zu regulieren. Hierfür wird Kohlensäure als Badezusatz (in der Apotheke erhältlich) in warmes Wasser (etwa 30 °C) gegeben, das Bad sollte nicht länger als 20 Minuten dauern.

Physikalische Therapie. Mit Massagen kann ein hoher Blutdruck zwar nicht signifikant gesenkt werden, Bluthochdruckpatienten profitieren jedoch vom mentalen und muskelentspannenden Effekt.

Akupunktur. Die Nadelung individueller Punkte kann einen leicht erhöhten Blutdruck regulieren, bei stark erhöhtem Blutdruck kann die Akupunktur aber meist nur wenig ausrichten.

Weiterführende Informationen

  • www.patientenleitlinien.de (Rubrik Bluthochdruck) – Umfassende Informationen zum Thema Bluthochdruck für Betroffene und Angehörige, erstellt von der Universität Witten/Herdecke.
  • www.hochdruckliga.de – Internetseite der Deutschen Hochdruckliga e. V., Heidelberg: Informationen über Ursachen und Therapiemöglichkeiten von Bluthochdruck sowie Selbsthilfegruppen in ihrer Nähe. Dort gibt ist auch die Broschüre Bluthochdruck – das lässt sich regeln! (Rubrik Patienteninformationen, Empfehlungen für Betroffene).
  • W. Delius; E. König: Bluthochdruck. Erfolgreich behandeln - Risiken senken. Hirzel Verlag, 2005. Alles über Messung, Beeinflussung, Behandlung und Folgen des Bluthochdrucks.
  • K. Undeutsch: Schnell informiert bei Bluthochdruck. Trias, 2002. Alle wichtigen Fragen zum Bluthochdruck werden leicht verständlich beantwortet.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit

[Periphere] arterielle Verschlusskrankheit (pAVK, AVK, Raucherbein, claudicatio intermittens): Ungenügende Durchblutung der Gliedmaßen – fast immer eines oder beider Beine – aufgrund von Verengungen arterieller Blutgefäße. Zugrunde liegt eine fortschreitende Arteriosklerose; sie tritt am häufigsten bei über 50-Jährigen auf. Etwa 5 % der deutschen Bevölkerung sind betroffen, vor allem Raucher und Diabetiker.

Die Therapiemöglichkeiten sind gut, wenn Risikofaktoren wie das Rauchen vermieden werden.

In der Regel verschlimmert sich die pAVK über Jahre und Jahrzehnte, selten sind akute Verschlüsse einer Beinarterie (akuter Beinarterienverschluss).

Leitbeschwerden

  • Belastungsabhängige Schmerzen im Bereich von Gesäß, Hüfte, Ober-, Unterschenkel oder Fuß
  • Nur noch eine begrenzte Wegstrecke kann schmerzfrei zurückgelegt werden; sofortige Besserung der Beschwerden beim Stehen bleiben
  • Der betroffene Fuß oder Unterschenkel ist blass, kühl und taub.
  • Fuß- und Wadenschmerzen, die sich bessern, wenn die Beine herabhängen.
  • Verletzungen an den Füßen heilen zunehmend schlechter.

Charakteristisch sind Muskelschmerzen beim Gehen, die beim Stehen bleiben nachlassen. Weil Betroffene ihre Beschwerden zu verheimlichen suchen, indem sie mit gespieltem Interesse immer wieder vor einem Schaufenster stehen bleiben, ist der Begriff Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens) entstanden. Aus der Weglänge bis zum Auftreten von Beschwerden schließt der Arzt auf das Ausmaß der Durchblutungsstörungen.

Wann zum Arzt

In der nächsten Woche, wenn gewohnte Wegstrecken nur noch mit Pausen zurückgelegt werden können, weil Muskelschmerzen immer wieder zum Stehen bleiben zwingen.

Am nächsten Tag, wenn Druckstellen, Verletzungen oder schwarze Stellen an den Füßen oder Zehen auftreten.

Sofort zum Arzt, wenn

  • Akute Beinschmerzen mit Blauverfärbung und Kaltwerden des betroffenen Beins auftreten (akuter Beinarterienverschluss)
  • Kein Puls am Fuß mehr zu spüren ist.

Die Erkrankung

Jede Gliedmaße wird durch eine einzelne, von der Aorta abgehende Arterien mit Blut versorgt, die sich im weiteren Verlauf vielfach aufzweigt. Hochgradige Verengungen oder Verschlüsse dieser Gefäße durch arteriosklerotische Prozesse, führen zum Sauerstoffmangel und zur Anreicherung von Stoffwechselendprodukten. Die Folgen hängen davon ab, wie rasch die Gefäßverengung entsteht und wie groß das dahinter liegende Versorgungsgebiet der betroffenen Arterie ist. Verengt sich eine Arterie allmählich über Jahre, so bleibt dem Körper ausreichend Zeit, Umgehungskreisläufe (Kollateralen) auszubilden. Ein akuter Verschluss dagegen hat schwerwiegende Folgen bis hin zum Absterben der betroffenen Gliedmaßen.

www.salevent.de, Michael Amarotico, München
Bei Verschluss einer Arterie (vergleichbar mit einer großen Baustelle auf der Hauptstraße), wird die Bildung von „Umgehungsstraßen“ angeregt. Die führt zur Entwicklung eines körpereigenen Bypass-Systems: Sie wachsen durch den hohen Druck des gestauten Bluts und werden schließlich zur funktionsfähigen Umleitung.

Wenn die in den Beinen noch ankommende Blutmenge den Sauerstoffbedarf nicht mehr deckt, treten zunächst Schmerzen auf. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu einem allmählichen Absterben des Gewebes, beginnend an den Zehen und sich Richtung Knie ausbreitend. Dies ist nicht nur mit Schmerzen und Funktionsverlust des Beins verbunden – das schlecht durchblutete Gewebe infiziert sich auch leichter und überschwemmt den ganzen Körper mit Krankheitserregern. Daher muss in fortgeschrittenen Stadien manchmal ein Teil der Zehen oder des Fußes und/oder Unterschenkels amputiert werden. Eine rechtzeitig eingeleitete Therapie verhindert oder verzögert dies.

Fortschreitende arteriosklerotische Veränderungen der Beinarterien entstehen bei Rauchern etwa dreimal häufiger als bei Nichtrauchern (Raucherbein). Weitere beeinflussbare Risikofaktoren sind Diabetes, Bewegungsmangel, Übergewicht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen.

Der plötzliche Verschluss einer größeren Extremitätenarterie ist ein Notfall, weil er die Gliedmaßen gefährdet und einen lebensbedrohlichen Kreislaufschock auslösen kann. Auslöser ist meist ein verschlepptes Blutgerinnsel aus dem Herzen, das in einer arteriosklerotisch zerklüfteten Arterie hängen bleibt und diese verschließt. Arterien der Arme sind seltener betroffen als die der Beine. Das Bein schmerzt, wird blass, ist im Seitenvergleich deutlich kälter und wird zunehmend bewegungsunfähig. In diesem Fall ist die sofortige Einweisung in eine Klinik erforderlich, in der das Blutgerinnsel mit einem Katheter entfernt oder durch ein Medikament aufgelöst wird.

Das macht der Arzt

Diagnosesicherung. Aus der Beschwerdeschilderung und ärztlichen Untersuchung der Beine (Hautfarbe, Temperatur, Haut- und Gewebeveränderungen) lässt sich meist schon die Verdachtsdiagnose pAVK stellen. Durch Tasten der Pulse in der Leiste, am Knie und am Fuß prüft der Arzt, ob die vom Herzen ausgehende Pulswelle die Füße erreicht. Ein schwacher oder fehlender Puls weist auf Engstellen oder auf einen Verschluss in einem darüber liegenden Gefäßabschnitt hin. Auch der Lagerungsversuch nach Ratschow oder Strömungsgeräusche beim Abhorchen der Gefäße liefern weitere Anhaltspunkte. Mit dem Gehtest wird gemessen, welche Strecke der Betroffene noch ohne Schmerzen zurücklegen kann.

Das Ausmaß einer pAVK wird mit dem Knöchel-Arm-Index abgeschätzt. Der am Bein des liegenden Patienten gemessene systolische Blutdruckwert entspricht üblicherweise dem des Armes oder ist sogar etwas höher. Bei verengten Beinarterien liegt der am Bein gemessene Blutdruck jedoch unter dem des Armes. Der ermittelte Blutdruckwert des Beins wird durch den des Armes geteilt:

Systolischer Blutdruck der Beinarterie / Systolischer Blutdruck der Armarterie = Knöchel-Arm-Index. 

Der Knöchel-Arm-Index ist bei Gefäßgesunden mindestens 1. Bei verengten Beinarterien sinkt er unter 0,9. Bei Werten unter 0,3 ist die Blutversorgung des Beins gefährdet, eine Amputation droht (kritische Ischämie). Bei sehr verkalkten Beinarterien ist diese Untersuchungsmethode wegen fehlerhafter Messwerte allerdings nicht anwendbar.

Eine Farbduplexsonografie, eine Magnetresonanz-Angiografie oder eine digitale Subtraktionsangiografie, DSA, zeigt die genaue Lage der Gefäßverengung. Weil eine fortgeschrittene Arteriosklerose meist alle Arterien des Körpers erfasst, schließen sich weitere Untersuchungen des Herzens und der Hirn versorgenden Arterien an, um über eine gleichzeitig bestehende koronare Herzkrankheit oder einen drohenden Schlaganfall Bescheid zu wissen. Dies ist insbesondere dann zwingend notwendig, wenn eine gefäßchirurgische Therapie ansteht, zu der die volle OP-Fähigkeit gegeben sein muss.

Therapie. Die Behandlungsmaßnahmen der pAVK hängen vom jeweiligen Fontaine-Stadium ab:

Im Stadium I steht die Verringerung der Risikofaktoren für die Entwicklung einer Arteriosklerose im Vordergrund. Vor allem die Nikotinabhängigkeit gilt es zu überwinden, Tipps zur Nikotinersatztherapie. Weitere sinnvolle Maßnahmen finden sich im Abschnitt Selbsthilfe.

Im Stadium II wird die schmerzfreie Gehstrecke durch ein tägliches Gehtraining von etwa 1 Stunde verlängert. Man geht solange, bis die Schmerzen beginnen, pausiert kurz, bis die Schmerzen wieder verschwinden und setzt anschließend das Gehen erneut fort. So werden neue Umgehungskreisläufe der Blutgefäße gebildet.

Die Einnahme von Plättchenhemmern wie Acetylsalicylsäure beugen einer Blutgerinnselbildung in geschädigten Arterien vor.

Ob die zusätzliche Einnahme von Medikamenten wie Pentoxifyllin (Trental®), Naftidrofuryl (Dusodril®) oder Buflomedil (Bufedil®) die Durchblutungssituation weiter verbessert, ist umstritten. Eine Wirkung ist zwar nachgewiesen, der Nutzen ist aber so gering, dass er nach Ansicht vieler Ärzte gegenüber einem konsequent durchgeführten Gehtraining kaum ins Gewicht fällt. Ein Teil der Substanzen kann auch als Infusion gegeben werden. Die Wirkung wird dadurch verbessert, die Behandlung ist aber nur für kurze Zeit möglich und außerhalb des Krankenhauses aufwendig.

Wichtig ist hingegen, alle Medikamente wegzulassen, die als Nebenwirkung die Durchblutungsstörung der Extremitätenarterien fördern können (z. B. Betablocker).

In den pAVK-Stadien IIb, III und IV wird versucht, die Gefäßengstellen und -verschlüsse mit einem Ballonkatheter aufzudehnen und bei Bedarf auch mit einem Stent zu versehen, Gefäßstütze. Eine Gefäßaufdehnung ist vor allem an großen Gefäßen wie den Beckenarterien anhaltend erfolgreich. Im Knie- und Unterschenkelbereich hingegen muss in über 50 % der Fälle mit erneuten Gefäßverschlüssen im Laufe der nächsten Monate und Jahre gerechnet werden.

Gefäßchirurgen können zudem die arteriosklerotischen Ablagerungen aus den Gefäßen herausschälen oder die Engstelle mit Hilfe einer Vene oder Gefäßprothese überbrücken (Bypass). Sind Blutgerinnsel Ursache der verstopften Arterie, gelingt es häufig, sie in den ersten Tagen und Wochen, solange sie noch weich sind, über einen Katheter abzusaugen oder mit gerinnungshemmenden Medikamenten aufzulösen.

Falls weder Kathetereingriff noch Operation die Durchblutung verbessern, bleibt noch die Möglichkeit, durch wiederholte Infusionen von Prostanoiden (Verwandte der Prostaglandine) vorübergehend eine bessere Blutversorgung der Extremität zu ermöglichen und so die Stoffwechselsituation vor Ort zeitweise zu verbessern. Hier gibt es unterschiedliche Ansichten darüber, ob der Nutzen die Risiken (u. a. Belastung des Herzens) rechtfertigt.

Wenn trotz aller Maßnahmen die Schmerzen zunehmen oder Gewebe abstirbt, bleibt nur noch die Amputation.

Vorsorge und Selbsthilfe

Wie sich eine pAVK weiterentwickelt, ob eine vernünftige Lebensqualität erhalten bleibt oder der Gang der Dinge Richtung Immobilität, Amputation und schließlich Tod voranschreitet, hängt davon ab, wie Sie Ihre Risikofaktoren, insbesondere das Rauchen, in den Griff bekommen. Die meisten Todesfälle bei pAVK sind nicht auf die Erkrankung selbst zurückzuführen, sondern sind Folge einer gleichzeitig bestehenden Durchblutungsstörung des Herzens oder des Gehirns. Wenn Sie Ihre Risikofaktoren ausschalten, beeinflussen Sie nicht nur die pAVK, sondern verbessern auch Ihre Herz- und Gehirndurchblutung.

Gehtraining. Training und Fußpflege heißen die Schlüsselwörter für Ihr Leben mit der Erkrankung. In frühen Stadien der Erkrankung schaffen es pAVK-Patienten, ihre maximale Gehstrecke durch regelmäßiges Gehtraining und/oder Gymnastik deutlich zu verlängern. Gehen ist für Sie die beste Medizin! Für Schlechtwetterperioden eignen sich Heimtrainer. Bestehen erhebliches Übergewicht oder Gelenkbeschwerden z. B. durch Hüftgelenksarthrose oder Kniegelenksarthrose, dann ist Fahrradfahren möglicherweise die bessere Wahl.

Schuhwerk. Perfekt passende Schuhe und Strümpfe sind für Sie kein Luxus, sondern überlebenswichtig. Ihr Arzt kann Ihnen orthopädische Einlagen oder Spezialschuhe verschreiben, wenn das nötig ist. Ihre üblichen Schuhe sollten so gut passen, dass sie keine Druckstellen verursachen. Bequeme Sportschuhe passen vielen Menschen am besten, eventuell mit Klettverschlüssen, um das An- und Ausziehen zu erleichtern. Und auf modische Zutaten verzichten Sie möglichst. Ein hoher Absatz belastet den Vorfuß zu stark, besser sind flache Schuhe. Achten Sie auf gute Verarbeitung: Schlecht abgedeckte Innennähte können scheuern, scharfkantige Fußbetten können verletzen.

Gehen Sie möglichst viel zu Fuß, aber laufen Sie wegen der Verletzungsgefahr nicht barfuß. Bereits kleinste Verletzungen oder Druckstellen müssen medizinisch behandelt und rasch zur Abheilung gebracht werden.

Fußpflege. Ganz wichtig ist für Sie, Fußverletzungen vorzubeugen, mindestens aber zu bemerken und sorgfältig zu pflegen. Falls Sie nicht gelenkig genug sind, um ihre Füße auch von unten genau inspizieren zu können, helfen Spiegel und Lampe. Ideal ist, wenn Sie einmal wöchentlich zur medizinischen Fußpflege (Podologie), gehen und/oder sich vom Partner oder von Familienangehörigen die Füße nach kleinen Verletzungen, Blasen und Rötungen absuchen lassen – am besten täglich! Wenn Sie eine Verletzung bemerken, gehen Sie unbedingt zum Arzt (insbesondere bei Diabetes)!

Krampfadern und chronisch-venöse Insuffizienz. Wenn Sie gleichzeitig mit der pAVK auch noch ein Venenleiden haben, ist guter Rat teuer, denn Kompressionsstrümpfe und Stützstrumpfhosen verschlechtern die arterielle Beindurchblutung.

Rauchen. Für viele ist das Aufhören ein leidiges Thema. Immerhin: Wenn Sie es jetzt schaffen, ist der Lohn ein doppelter. Nicht nur die Kondition und Ihr Raucherhusten werden besser, auch die Beinschmerzen verschwinden. Wenn Sie wirklich aufhören wollen, planen Sie dies am besten über einen längeren Zeitraum, denn Sie haben der Zigarette „Vorzugsplätze“ in Ihrem Alltag eingerichtet. All diese liebgewonnenen Gewohnheiten müssen Sie nun aus Ihrem Gedächtnis und Ihrem Leben tilgen. Dies ist ein Kampf – aber einer, den Sie gewinnen können. Am leichtesten gelingt es mit professioneller Hilfe, beispielsweise durch eine Nikotinersatztherapie. Fragen Sie Ihren Hausarzt nach bewährten Anlaufstellen in ihrer Nähe.

Alkohol. Viele Raucher mit pAVK haben die Erfahrung gemacht, dass gleichzeitig konsumierter Alkohol die nikotinbedingten Beinschmerzen mildert oder ganz aufhebt. Und in der Tat wirkt der Alkohol auf Blutgefäße erweiternd, während das Nikotin sie verengt. Leider haben viele Raucherbein-Betroffene deshalb zusätzlich zu ihrer Nikotinabhängigkeit eine handfeste Alkoholabhängigkeit entwickelt. Diese ist natürlich schädlich und therapiebedürftig. Für pAVK-Patienten mit maßvollem Alkoholkonsum gilt jedoch, und das mag für manche eine gute Nachricht sein, das sie trotz ihrer Erkrankung auf ihr tägliches Bier oder Glas Wein nicht verzichten müssen.

Ernährung. Wenn Sie Ihr Leben ändern wollen, sollten Sie primär Ihr Gewicht normalisieren. Haben Sie einen Typ-2-Diabetes, so profitieren Sie auch hier doppelt: Mit jedem Kilo weniger auf der Waage sinkt auch Ihr Bedarf an Diabetesmedikamenten, und eventuell verschwindet Ihr Diabetes sogar ganz.

Schlafen. pAVK-Patienten ziehen gerne warme Socken an, wenn Sie ins Bett gehen, und manche legen sich auch ein Heizkissen unter die Waden, wenn es ganz kalt wird. Von Letzterem raten die Ärzte jedoch ab, weil durch lokale Wärmezufuhr die Durchblutung von Unterschenkeln und Füßen nicht verbessert wird. Eine weitere sinnvolle Maßnahme ist, mit erhöhtem Oberkörper und/oder abgesenktem Fußteil zu schlafen, um die Durchblutung der unteren Körperpartien zu verbessern. Der Kauf eines entsprechenden Spezialbetts ist deshalb eine erwägenswerte Investition.

Komplementärmedizin

Gefäßschäden können auch mithilfe der Komplementärmedizin nicht mehr rückgängig gemacht werden. Immerhin versprechen einige Maßnahmen zumindest in den frühen Stadien Linderung, insbesondere dann, wenn sie mit einem konsequenten Gehtraining kombiniert werden.

Sauerstofftherapien. Eine Reihe von Verfahren - z. B. die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie nach Manfred von Ardenne, die Ozontherapie, die hämatogene Oxidationstherapie, die Chelattherapie oder die hyperbare Oxygenation - versprechen Hilfe. Einige Methoden arbeiten auch mit direkten Injektionen von Sauerstoff (mit und ohne Zusatz von Ozon) in die verengte Beinschlagader, und viele Betroffene berichten über eine sofort einsetzende Besserung der Beschwerden. Über den Langzeiteffekt all dieser Maßnahmen sind sich die Experten jedoch nicht einig. Viele Fachärzte weisen darauf hin, dass die Wirksamkeit nicht ausreichend belegt sei und der zu erwartende Nutzen die Behandlungsrisiken und -kosten nicht rechtfertige. 

Pflanzenheilkunde. Sanfte Wege zur Besserung der Beschwerden versprechen einige pflanzliche Präparate, vor allem solche, die Gingkoblätter-Extrakte (z. B. Tebonin®, Rökan®, Craton® oder Kaveri®) enthalten. Aber auch hier sind die Wirkungsnachweise spärlich.

Homöopathie. Arnica, Barium carbonicum, Silicea oder Viscum album gehören zu den besonders häufig infrage kommenden Konstitutionsmitteln; verschiedene Komplexmittel, z. B. Aesculus compositum® oder Arteria-cyl®, sollen die Durchblutung fördern.

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